Giornico Geschichte - Kultur - Erholung · Mitten im Tessin ![]()
Italienisches Flair in der Schweiz
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Die Geschichte von Giornico ist eingebettet in jene des Tales Leventina, des Tessins, der Lombardei, des Gotthards undnatürlich der Eidgenossenschaft. Deshalb sei hier versucht,einen weiteren Rahmen zu ziehen, um Zusammenhänge und Entwicklungenim Laufe der Jahrhunderte zu beleuchten. Frühe Geschichte Erste spärliche menschliche Spuren im Tal der Leventina gibt es aus der Jungsteinzeit (5000-1800 vChr). In der Eisenzeit (um 700 vChr) vollzog sich eine stärkere Besiedlung. Aus dieser prähistorischen Zeit sind in Giornico Reste einer Wehranlage festzustellen. Sie befinden sich auf dem Felssporn Caslasc der rechten Talseite. Riesige Blöcke waren zu Mauern von mehreren Metern Dicke aufgetürmt. Es handelt sich hier wahrscheinlich um die bedeutenste Ruine einer urgeschichtlichen Wehranlage in der Schweiz. Die Römer Die Besiedlung des Tales erfolgte von der Lombardei aus. Die Lepontier sollten dem Tal den Namen gegeben haben. Die Römer schliesslich drangen um 200 vor Christus ins untere Tessintal ein . Die oberen Täler wurden jedoch erst um 25 vChr romanisiert . Die Kaiser Augustus und Claudius vereinigten die Provinzen Vallis Poennina und Rätien zur römischen Alpenrepublik . Die Römer benützten Furka und Oberalp, schafften aber keinen Durchbruch in der Schöllenen. Ihre Alpenübergänge waren der Grosse St Bernhard im Westen, Splügen und Septimer im Osten. Christianisierung Unter dem Kirchenvater Ambrosius (340-397) breitete sich das Christentum von der Lombardei in die südlichen Alpentäler des Tessins aus. Der ambrosianische Ritus von 50 tessinischen Kirchgemeinden trägt heute noch den Namen dieses Kirchenvaters. Die Langobarden und Karl der Grosse Um 600 nChr drangen Angehörige des germanischen Stammes der Langobarden von Süden her in die Alpentäler vor. Sie haben jedoch keine nachhaltigen Spuren hinterlassen. Nach dem Sieg Karls des Grossen im Jahre 774 über den letzten Langobardenkönig Desiderius kommen die Tessinergebiete als Teil des fränkischen Reiches unter die Karolinger , unter Aufteilung in zahlreiche Herrschaften. Von Karl dem Grossen bis zu den Hohenstaufen (8. - 12. Jahrhundert) war das Tessin - zusammen mit der ganzen Schweiz - Bestandteil des Deutschen Reiches. Bischof Atto von Vercelli Die ambrosianischen Täler (Tre Valli) Blenio, Leventina und Rivera gehörten im 10. Jahrhundert vermutlich zum Besitz jener Familie , aus der Bischof Atto von Vercelli hervorging. Die Tre Valli waren offenbar eine der unter den Karolingern aufgeteilten Herrschaften. Ein Testament des Bischofs Atto vermachte alle drei Täler im Jahre 948 dem Domkapitel von Mailand. Damit war deren Herrschaft begründet. Der Name des Bischofs Atto wird mit dem Torre di Attone in Verbindung gebracht. Vielleicht ist dieser Turm das ätleste Bauwerk in Giornico aus geschichtlicher Zeit. Die Herren von Giornico Ein edelfreies Geschlecht, wohl langobardischer Abstammung hatte sich um das 11. Jahrhundert in Giornico festgesetzt. Ihr Sitz war höchstwahrscheinlich das Castello (di S Maria). Zwischen diesen Herren und dem Domkapitel von Mailand gab es dauernd Spannungen und Streit. Bernardo von Giornico schloss sich 1160 den Anhängern von Friedrich Barbarossa an und wurde Anführer der kaiserlichen Partei in der Leventina. Er wurde kaiserlicher Vogt und erhielt 1170 die Leventina als Lehen zugesprochen. Als Günstlinge Barbarossas standen die Herren von Giornico um 1175 im Begriff , in der Leventina eine Landesherrschaft zu errichten. Barbarossas Niederlage in Legnano brachte die Pläne zu Scheitern. Bernardo musste sich den Domherren von Mailand unterwerfen. Angehörige des Hauses Giornico bekleideten noch im 13. und 14. Jahrhundert wichtige öffentliche Aemter in der Leventina. Die selbständige Stellung des Geschlechtes war jedoch vorbei. Das Domkapitel von Mailand Wie bereits erwähnt, gehörte die Leventina vom 10. Jahrhundert an zum Besitz des Domkapitels von Mailand. Nach der Unterwerfung der Herren von Giornico unter das Domkapitel nach 1176 entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Kirchenzentrum. Die Kirchen San Nicolao, Santa Maria di Castello und San Michele entstanden. Die Herrschaft des Domkapitels dauerte bis zur Uebernahrne der Hoheitsrechte durch die Familie der Visconti. Die Herrschaft der Visconti und der Sforza Im 14. Jahrhundert übernahmen die Visconti in Mailand die Macht. Die Burg von Giornico verlor im mailändischen Territorialstaat ihre Bedeutung. Die Mailänder konzentrieren sich auf die Talsperre von Bellinzona. Das Castello von Giornico dürfte im 15. Jahrhundert verlassen worden sein. Freiheitsregungen Bereits im Jahre 1182 schworen Talbewohner des Blenio und der Leventina in Torre (Blenio), keine fremde Tyrannei mehr zu dulden. Das Schloss von Curtero wurde von ihnen zerstört . Nach weitern Unterdrückungen flammte 1290 das Feuer der Freiheit in der Leventina erneut auf. Die Eidgenossen Mit dem Durchbruch in der Schöllenen am Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der Gotthardpass zum zerntralen Alpenübergang. Dies war der hauptsächlichste Ausgangspunkt für die Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Damit gelangte auch die Leventina in das Kraftfeld damaliger europäischer Politik. Es entwickelten sich vorerst lockere und sporadische Beziehungen zwischen den Leventinern und den Bewohnern von Uri und Urserental. Aus Osco stammen vom Jahre 1237 die ersten Statuten für den Gotthard-Warenverkehr. Im Jahre 1331 unternahmen die Eidgenossen (Uri, Schwyz, Unterwalden und Zürich) den ersten Kriegszug in die Leventina. Ursache waren Grenzstreitigkeiten mit Urseren und Störung des Handelsverkehrs durch die Leventiner. Sie zogen damals bis nach Giornico hinunter und brandschatzten unterwegs Airolo, Quinto und Faido. In dieser Zeit verstärkten die Mailänder Herren ihren Druck auf die Leventina. Die Leventiner riefen 1403 die Eidgenossen zu Hilfe. Uri und Obwalden besetzten das ganze Tal und drangen bis Bellinzona vor. In der Schlacht von Arbedo erlitten die Eidgenossen gegen Mailand im Jahre 1422 eine empfindliche Niederlage. Damit war das Tal bis zum Gotthardpass hinauf wiederum Besitz der Mailänder . Die Eidgenossen erschienen aber schon 1439 erneut im Tal. Uri legte 1441 Hand auf die Leventina als Pfand einer Schuld des Herzogs von Mailand an die Eidgenossen. Es wurde Mailänderfrieden geschlossen mit Verpfändung des Tals an die Urner. Schlacht bei Giornico 1478 ![]() ![]() Die Urner schlossen 1467 einen Freundschaftsvertrag mit Herzog Galeazzo Maria Sforza von Mailand. Darin wurde die Abtretung der Leventina an die Urner zugesichert und die Gewährung von Zollfreiheiten an die Leventiner in Aussicht gestellt. Aber dieser Vertrag wurde von den Mailändern nicht eingehalten. Es gab zunehmend Vertragsbrüche, Reibungen und Grenzstreitigkeiten. Auch nach der Ermorderung des Herzogs im Jahre 1476 wurde es nicht besser. Die lombardischen Herren hintertrieben die Einhaltung des Vertrags mit allerlei Schlichen. Im Herbst 1478 wurde eine Urner Gesandtschaft in Mailand mit schnöden und beleidigenden Worten heimgeschickt. Für die Urner gab es nur noch die Entscheidung mit der Waffe. Die Urner zogen am 14. November ungestüm über den Gotthard. Die eidgenossische Tagsatzung vom 16. November stand vor vollendeten Tatsachen und musste die Bündnis pflicht erfüllen In der zweiten Novemberhälfte 1478 rückten die übrigen eidgenössischen Kontingente über den Gotthard. 8000 Mann besammelten sich vor Bellinzona, durchbrachen die Mauer und belagerten die Stadt. Die Führer der Eidgenossen - unter ihnen Hans Waldmann und Adrian von Bubenberg - fanden sich nicht zu einer gemeinsamen Aktion. Deshalb wurde die Eroberung von Stadt und Festung verpasst. Die überraschten Mailänder stellten ein Entsatzheer für Bellinzona auf und zogen am 14. Dezember mit 10'000 Mann bei Ponte Tresa ein und rückten über den Monte Ceneri, den Jorio-Pass und von Locarno her gegen Bellinzona. Unterdessen hatte sich das eidgenössische Heer wegen Unstimmigkeiten und schlechter Moral zurückgezogen. An Weihnachten langten die Harste wieder in der Heimat ennet dem Gotthard an. Nach dem Abzug des eidgenössischen Heeres blieben nur 175 Eidgenossen als Talwache in der Leventina zurück, darunter 100 Mann aus Uri und je 25 Mann aus Luzern Zürich und Schwyz. Ihnen schlossen sich 400 Leventiner an. Diese kleine Schar hat schliesslich die Ehre des Feldzuges gerettet. Unter Führung des Luzerners Frischhans Theiling bezog die Truppe eine Lauerstellung bei Giornico. Bei Pollegio bezogen einige Mann die Grenzsperre, um den anrückenden Gegner melden zu können. Die mailändische Regierung beschloss nun, die Leventina wieder in Besitz zu bringen und befahl dem Heer, gegen den Gotthard vorzurücken. Die besonderen Gefahren bei dieser Jahreszeit mit Schnee und Eis wurden zuwenig in Rechnung gestellt. Am 28. Dezember 1478 rückte das mailändische Heer mit 10'000 Mann unter Marsilio Torello in einer etwa 6 km langen Kolonne in die Leventina ein und rückte talaufwärts. Die Eidgenossen hatten schon am Vortag die Grenzsperre aufgehoben, überliessen dem Gegner kampflos die Dörfer Bodio und Personico und lockten dadurch die Mailänder in das Talinnere. Als die Spitze der starken Heereskolonne das Dorf Giornico erreiche, brachen die 600 Eidgenossen und Leventiner aus ihren Verteidigungsstellungen heraus und stürzten sich auf den Gegner. Das mailändische Heer konnte sich in der Talenge bei winterlichen Verhältnissen mit gefrorenem Ticinofluss nicht entfalten. Grausiger und wilder Kampflärm beseelte die Eidgenossen. In einem grauenhaften Gedränge von Kämpfern, Pferden und Fuhrwerken waren die Eidgenossen viel beweglicher. Die Mailänder suchten sich zu retten und flohen talabwärts, die Schweizer hinter ihnen nach bis hinunter nach Biasca. Die Halbarten und Spiesse der Leventiner hielten blutig Ernte. 1400 Mailänder wurden niedergemacht. Die Eidgenossen verloren 50 Mann. Die Führer Frischhans Theiling und Capitano Stanga aus Giornico konnten mit ihren Mannschaften einen grossen Sieg feiern und viel Beute einheimsen. Die Schlacht von Giornico wurde zu einer massgeblichen Etappe Für die folgende eidgenössische Politik in der Südschweiz. 1480 verzichtete Mailand endgültig auf die Leventina. Schon über 100 Jahre vorher, nämlich 1353 beschränkten sich die Domherren zu Milano auf die geistliche Oberhoheit. Vogtei des Landes Uri Von 1480 bis 1798 war die Leventina eine Vogtei des Landes Uri. Die Leventiner hatten vorerst eine gewisse Selbständigkeit in der Verwaltung und i m Wehrwesen. Die Urner und ihre Landvögte zogen die Schraube immer mehr an. Im 17. Jahrhundert war das Tal eigentliches Untertanengebiet der Urner. Dies führte 1676 zu einem Aufstand der Talbewohner wegen Beschränkung der Freiheitsrechte, vor allem durch den Landvogt Kaspar Planzer. 1755 brach ein grosser Aufstand aus. Der Urner Landvogt wurde aus Faido verjagt. Die Leventiner drangen ins Urserental ein. Aber dann zogen rund 1000 Urner, verstärkt mit Luzernern und Unterwaldnern zu einer Strafaktion in die Leventina. Der Aufstand brach zusammen. Die Anführer Hauptmann Orsi, Pannerherr Forno und Ratsherr Sartori wurden in Faido enthauptet. Am 14. März 1798 musste Uri unter napoleonischem Druck auf die Leventina verzichten. Napoleonische Zeit und Helvetik Im April 1799 erhob sich die Talschaft gegen die helvetische Regierung. Es wurde mobilisiert. Am 1. Mai erklärte die Leventina an Frankreich den Krieg und zog mit einer Truppe in Bellinzona ein. Die Schlösser wurden besetzt. Am 9. Mai fochten sie in Massen mit 120 Mann gegen General Soult. Nach weitern Gefechten bei Hospental und auf dem Gotthard mussten sie aufgeben und 30 Mann tot zurücklassen. Am 23. Mai 1799 drangen von Süden her die Kaiserlichen mit Oesterreichern und Russen ein. Vom 21. bis zum 24. September passierte der russische Feldmarschall Suworow die Leventina gegen Norden mit 21.000 Russen, 4.500 Oesterreichern, 5000 Pferden und 45 Kanonen auf Mauleseln. Im neuen Kanton Tessin 1803 wird die Leventina einer der acht Bezirke des neuen Kantons Tessin. 1814 proklamierten die Urner den Wiederanschluss der Leventina an ihren Kanton. Die Tessiner Regierung reagierte prompt und veranlasste die Intervention des Landammans der Schweiz, der Tagsatzung und ausländischer Diplomaten. Der Wiener Kongress beendete 1815 das politische Tauziehen um die Zugehörigkeit des Tales. Die Leventina wurde nun endgültig dem Kanton Tessin zugeteilt. Leventiner Bundesräte Die Leventina ist offenbar ein Tal, wo politische Talente heranwachsen. Seit Bestehen unseres Bundesstaates von 1848 hat das Tal nicht weniger als vier Bundesräte gestellt. Stefano Franscini von Bodio Giuseppe Motta von Airolo Enrico Celio aus Ambri Nello Celio von Quinto. |
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| Zeittafel | ||
| 800-500 vChr | Aeltere Eisenzeit (Hallstattkultur). Erste menschliche Spuren der Golasecca- Kultur in der Leventina | |
| 500- vChr | Jüngere Eisenzeit (La Tenezeit) Kultur der Lepontier | |
| 25 vChr | Leventina (Lepontier) romanisiert. Kaiser Augustus vereinigt Vallis Poennina mit Rätien | |
| Ca 600 | Germanischer Stamm der Langobarden dringt von Süden her in die Leventina ein | |
| 774 | Nach dem Sieg Karls des Grossen über den letzten Langobardenkönig Desiderius kommen alle Tessiner Gebiete als Teil des fränkischen Reiches unter die Karolinger. Aufteilung in viele Herrschaften | |
| 8. -12. Jh. | Macht der Karolinger | |
| 948 | Bischof Atto von Vercelli vermacht Blenio, Leventina , Riviera an das Domkapitel Mailand | |
| 962 | Giornico erstmals urkundlich erwähnt | |
| 11. Jh. | Erste Anlage des Castello in Giornico Die Herren von Giornico besitzen grundherrschaftliche Rechte, neben dem Domkapitel von Mailand |
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| 1160 | Bernardo von Giornico schliesst sich dem Kaiser Friedrich Barbarossa an und wird Anführer der kaiserlichen Partei in der Leventina | |
| 1170 | Bernardo erhält die Leventina als kaiserliches Lehen zugesprochen | |
| 1175 | Die Herren von Giornico stehen als Günstlinge Barbarossas im Begriff, in der Leventina eine Landesherrschaft zu errichten | |
| 1176 | Hohenstaufe Barbarossa unterliegt in Legnano. Bernardo von Giornico muss sich wieder den Domherren von Mailand unterwerfen | |
| 12. Jh. 1168 / 1210 |
Kirche S. Nicolao im 2. Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts erbaut. Inschrift 1168. Erwähnung 1210 | |
| 1210 | Kirche San Michel erstmals erwähnt | |
| 1210 | Weiler Tirolo (Altirolo) erstmals erwähnt | |
| 1227 | In der Leventina gibt es zehn Vicinanze. Unter anderem Giornico. Zugehörig sind: Anzonico, Cavagnago, Sobrio, Bodio, Personico, Pollegio. 10 Abgegeordnete werden in den Landtag von Faido gesandt | |
| ca 1230 | Durchbruch in der Schöllenen. Gotthardpass wird zur wicntigen Nord-Süd-Transitverbindung | |
| 1232 | Zurningo ist der Name von Giornico | |
| 1237 | Erste Statuten für den Gotthard-Warenverkehr aus Osco. In der Leventina entsteht ein umfassendes und gut organisiertes Säumerwesen | |
| 12 /13. Jh. | Castello von Giornico. Kirche Santa Maria di Castello wird im 12. Jahrhundert gebaut. Es erfolgen auch Ausbauten der äusseren Umfassungsmauern | |
| 1311 | Zornigo wird als Name von Giornico genannt | |
| 1311 | Ein Herr Hugo ist Besitzer des Torre di Attone | |
| 14. Jh. | Der Talrat tagt im Torre di Attone | |
| 1331 | Erster Kriegszug der Eidgenossen in die Leventina. Wegen Störung des Handelsverkehrs durch die Leventiner komen sie bis hinunter nach Giornico und brandschatzen unterwegs Airolo, Quinto und Faido | |
| 1331 | Friede zu Como regelt die Angelegenheit | |
| ca 1335 | Die Familie Visconti als neue Herren des Mailänder Stadtstaates annektieren die Tre Valli (Blenio, Leventina, Riviera) . Die Leventiner gelangen unter starken politischen Druck der Visconti. . | |
| 1345 | Kirchen Santa Maria del Castello und San Pellegrino durch Bischof Rholando geweiht | |
| 1353 | Die Mailänder Domherren üben nur noch die qeistliche Oberhoheit über die Leventina aus | |
| 14. Jh | Castello Giornico. Annäherungshinaernisse werden gebaut | |
| 1403 | Urner und Obwaldner werden von den Leventinern um Unterstützung gegen die Visconti gerufen. Sie besetzen die Leventina bis vor Bellinzona | |
| 1422 | Schlacht bei Arbedo. Die Mailänder schlagen die Eidgenossen und entreissen diesen den ganzen ennetbirgischen Besitz bis hinauf zum Gotthard | |
| 1439 | Eidgenossen erscheinen erneut in der Leventina | |
| 1441 | Uri legt Hand auf die Leventina. Im Mailänder Frieden wird das Tal für 15 Jahre an Uri verpfändet | |
| 1467 | Freundschaftsvertrag der Urner mit Herzog Galeazzo Maria Sforza von Mailand betreffend die Abtretung der Leventina | |
| 1478 | Uri und Eidgenossen ziehen mit 8000 Man vor Bellinzona wegen Nichteinhaltung des Vertrages und wegen Beleidigungen. Ohne kriegerische Tuchfühlung und wegen inneren Streitigkeiten ziehen sich die Eidgenossen im Dezember über den Gotthard zurück. Eine Talwache von 200 Mann und 400 Leventinern bleibt in Giornico zurück 28. Dezember. Schlacht der 600 Eidgenossen und Leventiner gegen 10'000 Mailänder mit glorreichem Sieg. |
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| 1480 | Mailand verzichtet endgültig auf die Leventina. | |
| 1480-1798 | Leventina ist Vogtei des Landes Uri | |
| 14. Jh. | Romanische Brücken werden erwähnt | |
| 15. Jh. | Leventina besitzt ein eigenes Siegel | |
| 15. Jh. | Botenlinie für Briefpost über den Gotthard eingerichte Jährlich passieren rund 10'000 Menschen, 900 Saumtiere den Gotthardpass | |
| 1518 | Castello Giornico wird auf Verlangen der Urner geschleift | |
| 1553 | Zeughaus Giornico fertiggestellt. Es gehört den 12 Orten der Eidgenossenschaft | |
| bis 1560 | Alter Saumpfad über Chironico - San Pellegrino | |
| ab 1560 | Neues Saumpfad über die Biaschina mit erhöhtem Zoll | |
| 1567 | Besuch des Kardinals Carlo Borromeo in den Pfarreien der Tre Valli | |
| 1570 | Name Giornico taucht aus | |
| 1588-89 | An der Casa Stanga werden die Wappen berühmter Gäste gemalt | |
| 16. Jh. | Reiche Ausmalung in der Kirche San Pellegrino | |
| 1615 | Einrichtung eines regelmässigen Läuferbotendienstes von Zürcher Kaufleuten | |
| 1630/31 | Kapelle San Carlo nach Erlöschen der Pest erbaut | |
| 1644 | Neuer Chor in der Kirche San Michele gebaut | |
| 1646 | Kleiner Aufstand in der Leventina gegen den Urner Landvogt | |
| 1676 | Neuer Aufstand der Leventiner gegen die Urner wegen Verletzung der verbrieften Freiheitsrechte | |
| 1680/82 | Kapellp San Loreto erbaut | |
| 17. Jh. | Reiterposten werden auf der Gotthardroute eingerichtet | |
| 1755 | Grosser Aufstand der Leventiner gegen die Urner als Unterdrücker. Strafaktion der Urner. Hinrichtung von vier Leventiner Anführern | |
| 1787 | Neubau des Schiffs der Kirche San Michele | |
| 1798 | Uri gibt unter napoleonischem Druck die Leventina frei zur Selbständigkeit. Der helvetische Verfassungsrat teil das Tal dem neuen Kanton Bellinzona zu | |
| 1799 | Die Leventina erhebt sich gegen die helvetische Regierung, erklärt am 1. Mai an Frankreich den Krieg. Niederlagen bei verschiedenen Gefechten. Der russische Feldmarschall Suworow passiert die Leventina |
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| 1803 | Leventina wird einer der acht Bezirke des neugeschaffenen Kantons Tessin | |
| 1814 | Uri proklamiert den Wiederanschluss der Leventina an den Kanton Uri. Intervention des Landammams Schweiz und der Tagsatzung | |
| 1815 | Wiener Kongress legt endgültig fest, dass die Leventina zum Kanton Tessin gehört | |
| 1818 | Neue Fahrstrasse vom Süden bis Giornico fertig | |
| 1820 | Es passieren rund 16'000 Personen und ca 21'000 Saumlasten den Gotthard | |
| 1830 | Fahrstrasse zwischen Giornico und dem Gotthardpass vollendet. Reiterpost und Säumer werden durch Wagenpost und Lastfuhrwerke ersetzt | |
| 1842 | Die Zeit der grossen Gotthardpost beginnt mit den fünfspännigen Zehnplätzerwagen | |
| 1846 | Der Torre di Attone stürzt teilweise ein und wird wiederaufgebaut | |
| 1847 | Teilnahme der Leventiner/Tessiner am Sonderbundskrieg gegen die Urner und Walliser | |
| 1849 | Die Eidgenössische Post nimmt den Betrieb auf und ersetzt die alten Kantonalposten | |
| 1861 | Bau des Campanile der Kirche San Michele | |
| 1872-82 | Bau der Gotthardbahn mit dem schwierigen Teilstück in der Biaschina | |
| 1882 | Beriebseröffnunf Gotthardbahn. Station n 3 km vom Dorf entfernt Gotthardpostlinie stellt Betrieb ein | |
| 1920 | Elektrifikation der Lotthardbahn. Inbetriebnahme des Unterwerkes und der neuen Station Giornico. Neue Bogenbrücke Station - Dorf eingeweiht. |
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| 1947/1961 | Renovation Kirche San Michele | |
| 1937 | Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht bei Giornico errichtet | |
| 1940-45 | Restauration Kirche San Nicolao | |
| 1954/55 | Freilegungsarbeiten Castello | |
| 1976/77 | Alte Stahl-Fachwerkbrücke der SBB wird zur Betonbrücke umgebaut | |
| 1980 | Eröffnung Gotthard-Strassentunnel | |
| 1984 | Eröffnuno Autobahn-Abschnitt Chiggiogna - Giornico | |
| 1985 | Eröffnung Autobahn-Abschnitt Giornico - Biasca. | |